Bildungsbericht 2020 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz veröffentlicht


Zum Bildungsbericht 2020 erklärt der stellv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks:

„Bildungspolitik ist Standortpolitik und das Fundament unserer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit am Wirtschaftsstandort Deutschland. Versäumnisse in der schulischen Bildung beeinträchtigen die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen und haben damit direkte Auswirkungen für unsere Unternehmen. Wichtige grundlegende Kompetenzen der Fachkräfte von morgen müssen daher möglichst früh und entlang der gesamten Bildungskette ausgebildet werden. Nur so lässt sich die digitale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsfest gestalten.

Mit Blick auf den heute (24.06.) vorgestellten Nationalen Bildungsbericht sind daher vor allem die Verbesserungspotenziale interessant. Das gilt insbesondere für das Schwerpunktthema "Bildung in der digitalisierten Welt".

Die Corona-Krise hat die im Bericht angesprochenen Versäumnisse der letzten Jahre bei der Vermittlung von Digitalkompetenzen bei Schülern und Lehrern sowie der Digitalisierung der Schulen selbst noch sichtbarer gemacht. Das gilt für die allgemeinbildenden Schulen sowie die beruflichen, die in der aktuellen öffentlichen Diskussion häufig zu kurz kommen. Die Mittel aus dem Digitalpakt Schule reichen nicht aus, um alle Schulen und Schulformen in Deutschland zukunftsfest aufzustellen. Der Bericht stellt richtig fest, dass wir neben Hard- und Software auch eine entsprechenden Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sowie didaktische Konzepte für digitales Lernen brauchen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die Mittel aus dem Digitalpakt sowie die zusätzlichen 500 Millionen für die Ausstattung mit digitalen Endgeräten müssen jetzt schnell bei den Schulen ankommen, um den künftigen Fachkräften wichtige Zukunftskompetenzen für das bevorstehende Berufsleben zu vermitteln. Es gilt einen verlässlichen und guten Distanzunterricht zu möglichen, wenn die Pandemie auch nach den Sommerferien keinen Regelbetrieb in den Schulen zulässt. Bund und Länder müssen hierzu die Voraussetzungen schaffen, um flächendeckend die Chancen der Digitalisierung in der Bildung zu nutzen. Nur so kann unser Bildungssystem zukunftsfähig bleiben und langfristig, auch nach der Krise, für eine solide Fachkräftebasis sorgen.

Dass die Berufliche Bildung grundsätzlich sehr attraktiv ist, zeigen die gestiegenen Anfängerzahlen im dualen Ausbildungssystem in den vergangen Jahren. Erfreulich ist auch die gesunkene Zahl der jungen Menschen im Übergangssektor. Auch die höhere Berufsbildung, wie Meister und Fachwirte, erfreuen sich weiter eines stabilen Zulaufs. Die neuesten Zahlen für das Kalenderjahr 2019 zeigen mit mehr als 60.000 Teilnehmern alleine im IHK-Bereich gar eine leichte Zunahme. Damit können die deutschen Betriebe nach dem Bewältigen der Corona-Krise anknüpfen, um weiterhin auf eine gute Basis bei der Fachkräftesicherung - vor allem für höhere Positionen von Fachexperten - zählen zu können.“

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